Mittwoch, 25. Juli 2012

Westcoast

Unser Plan hat funktioniert. Wir haben alles mitgenommen was ging... viel Sonne, Strand, Wellen, Wüste, Regenwald, Kängurus, Delphine, sogar Crocos und Sharks waren dabei und außerdem noch Schildkröten. Die Reise hätte also nicht besser sein können.

Die ersten Tage in Perth waren erstaunlich warm und sonnig und es war toll noch ein letztes Mal mit Anke und Cecile zusammen unterwegs zu sein. Als wir uns von Cecile verabschiedet hatten und noch den Benzinkanister, den ich eine Woche vorher im Stadtpark versteckt hatte, abgeholt hatten, ging die Reise endlich los. Der erste Stop war im Pinacles National Park. Das am Meer gelegene Wüstengebiet ist übersät von Steinsäulen die in der Vielzahl wirklich beeindruckend sind. Leider konnten wir (zumindest nach kürzerer Recherche) nirgends herausfinden wie diese Säulen entstanden sind. Ein Kunst 2-stündig Kurs der gerade Louise Bourgeois mit Frau Sauer durch nimmt, hätte hier auf jeden fall seinen Spaß gehabt :). Am nächsten Tag ging es weiter die Küste entlang bis wir im Kalibari NP angekommen sind. Dieser National Park ist von vielen Schluchten durchzogen und hat tolle Gesteinsformationen. Etwas weiter nördlich vom Kalibari beginnt die Shark Bay. Hier beginnt auch das Korallen Riff der Westküste, welches weit aus weniger berühmt ist wie das Great Barrier Reef aber auf jeden fall gut mithalten kann. Vor allem da is an der Westküste nicht so touristisch ist, hat man das Glück auch menschenleere Strände zu finden an denen man dann ganz alleine das Riff erkunden kann. Anke und ich haben unser letztes Geld zusammen gekratzt und uns eigene Ausrüstung gekauft, was sich total gelohnt hat. In Quobba konnte man dann von Schildkröten bis Haien alles sehen. Aber auch der Strand war genial mit wahnsinnig schönen Muscheln und Austern und Oktopussen im Wasser. Passend zum Sonnenuntergang kam dann auch noch eine Walfamilie vorbei. Als wir am nächsten Tag in Coral Bay ankamen, waren wir etwas enttäuscht. Es ist ein reiner Touristen Ort und das Riff hat in Strandnähe nicht mehr viel zu bieten. Wenn man also nicht das Geld für eine große Tauchtour hat, gibt es hier (im Vergleich zu Quobba) nicht mehr viel neues zu sehen.

Weiter nördlich in Exmouth war meiner Meinung nach das schönste Riff. In einem National Park an der Küste entlang gibt es einen Tauch-spot nach dem anderen und man könnte (mit Neo) ewig im Wasser bleiben. Leider fehlte mir die Unter-Wasserkamera um hier jetzt Bilder zu zeigen. Nach drei Tagen in Exmouth fuhren wir weiter ins Landesinnere zum Karijini National Park. In den so genannten Gorges (Schluchten) gibt es tolle Wasserfälle und Pools zum baden. Eine Wanderung führt durch eine so enge Schlucht, so dass man nur im 'Spider Walk' durchlaufen kann um nicht in den Fluss unter einem zu fallen. Ein kleiner zusätzlicher Spaßfaktor in diesem NP waren die Dirtroads die eigentlich nur für vierrad Antrieb Autos geeignet sind. Mit unserem Ford Falcon konnte man aber ausgezeichnet driften. Nach weiteren gefühlten hundert Stunden Fahrt sind wir dann endlich in Port Hedland angekommen. Hier habe ich festgestellt wie sehr man sich über Handynetz und ein 3 Dollar Kissen für den ungemütlichen Stationwagon freuen kann.

Mit einem Halt am langweiligen 8 Mile Beach sind wir weiter nach Broome gefahren. Da wir uns einen tollen Campingplatz gegönnt haben und den Strand direkt vor der Türe hatten sind wir hier einige Tage geblieben. Broome an sich ist ganz nett... viele Hippies, kleine Märkte, tolle Strände und geniales Wetter. Nach ein paar tollen Tagen in der Sonne hieß es dann wieder auf die Straße. Da wir ja nur ein normales Auto hatten, konnten wir leider nicht die 600km Dirtroad durch das Kimberly fahren und mussten einen riesen Umweg drum rum machen. Immerhin war die Landschaft hier nicht ganz so eintönig wie an der Küste entlang... und mit Justus Jonas, Peter Shore und Bob Andrews im Auto ging es dann doch irgendwie. Kurz bevor wir über die Grenze ins Northern Territory gefahren sind gab es auf der Zufahrtsstraße von einer kleinen 5000 Einwohner Stadt noch eine Polizei Kontrolle. Jeder wurde auf Alkohol getestet - so auch ich. danach wurde ich noch freundlich auf meine Geschwindigkeit hingewiesen: Aufgrund der vielen, vielen Hunde und Kinder die ständig über die Straße rennen solle ich doch langsamer fahren. das Schmunzeln konnten Anke und ich uns da nicht verkneifen. Nach einem weiteren Tag im Auto sind wir dann endlich in Katherine angekommen. Hier gab uns eine Frau den Tipp zu den Hotsprings zu gehen. Das sind heiße Quellen die in einem kleinen Urwald liegen. Trotz der Krokodil Warnung war das Wasser voll mit vielen älteren Pärchen die wie Tarzan an einem Seil ins Wasser geschwungen sind. Als wir das gesehen haben mussten wir einfach auch ohne Badesachen ins Wasser - Ultra :)!

Schließlich kam dann die letzte Station vor Darwin, der Kakadu NP. Als wir ankamen war es schon zu spät um eine Wanderung zu machen, also haben wir uns an einen See gesetzt um Crocos zu sehen. Ich hätte selbst nicht daran gedacht, aber nach einer Stunde warten wurden wir belohnt. Ein Croco ist aus dem Wasser gesprungen um nach einer Ente zu schnappen. Wie im Film! Ansonsten ist der NP wirklich sehr schön und beeindruckend. Es gibt viel alte Höhlenmalerei der Aboriginies und wunderschöne Fluss- und Wasserlandschaften. Deshalb gab es dort aber auch wahnsinnig viele Mosquitos. Am ersten Abend haben wir leider nicht aufgepasst und musste dann die ganze Nacht in unserem Auto auf Jagd gehen. Der nächste Tag war dann auch dem entsprechend schmerzhaft. Last but not least kamen wir in Darwin an. Ein paar schöne Strände gab es wobei man auch hier auf Grund der Krokodile und Quallen nicht schwimmen kann. Die Stadt an sich ist aber ziemlich klein und langweilig. Kurz und schmerzlos habe ich mich dann auch von Anke verabschiedet da sie wieder zurück nach Deutschland geht. Einen besseren Urlaub hätte man als Abschied aber nicht haben können :)!!!!!!

Jetzt bin ich wieder in Adelaide im neuen Semester, in einer neuen Wohnung und mit neuen Leuten. Die nächsten Wochen werden also spannend. Am meisten freue ich mich aber erst einmal auf den 2. August wenn ich den besten Besuch überhaupt vom Flughafen abholen darf :)!


Westcoast